RETTET DIE MUR

Plattform zum Schutz der frei fließenden Mur und ihrer Naturräume


Navigation

   

Viel Staub um Nichts

Feinstaubbelastung in Teilen von Graz durch Kraftwerksbau beinahe verdoppelt. Experten befürchten Gesundheitsschäden für tausende Anrainer – Sterberisiko steigt im Baustellenbereich um bis zu 1,6% - Begleiterkrankungen um bis zu 6%. Staustufe Graz ist daher nicht genehmigungsfähig.

Über zwei Millionen Tonnen Material müssten für den Bau der Staustufe Graz bewegt werden. Bis zu 1.600 Mal pro Tag würden LKW durch die teilweise sehr engen Straßen in den Bezirken Liebenau und Puntigam fahren. Die Schadstoffe von rund 2 Millionen Liter Diesel würden von den Baumaschinen in die Luft geblasen. Dipl.-Ing. Markus Ehrenpaar vom Naturschutzbund Steiermark erklärt die Folgen der Bauarbeiten: „Zur starken Lärmbelastung und zusätzlichen Staus bedeutet das für die Anrainer vor allem einen massiven Anstieg der Feinstaubwerte. Und das im ohnehin schon vorbelasteten Süden von Graz. Der Feinstaub entsteht unter anderem auch vom Abrieb der Reifen oder Bremsbeläge sowie der Staubaufwirbelung auf der Baustelle. Aufgrund der erheblichen Mehrbelastung (mehr als 3%) ist dieses Projekt nicht genehmigungsfähig. “


In unmittelbarer Umgebung der Baustelle würden die Feinstaubwerte beinahe verdoppelt. Dabei sind speziell Liebenau und Puntigam jene Bezirke der Feinstaubhochburg, in denen innerhalb der Stadt Feinstaubrekorde erreicht werden. Bei einer derzeitigen Belastung von 32µg/m³ im Jahresmittel ist die zusätzliche Belastung Experten zufolge unzumutbar. Um bis zu 20µg/m³ (66%) steigt laut Gutachten der Energie Steiermark der Feinstaub im Jahresmittel – die Überschreitungen an Einzeltagen sind noch weit höher angesetzt. „Es wurde festgestellt, dass pro 10 μg/m³ PM10 Zunahme, als durchschnittlicher TMW, die Morbidität (Husten, Symptome der tiefen Atemwege etc.) um etwa 3% und das Sterberisiko um etwa 0,7% zunehmen“, zitiert die humanmedizinische Gutachterin der Energie Steiermark unter anderem WHO-Studien zum Thema Feinstaub. In unmittelbarer Baustellennähe bedeutet dies eine Zunahme des Sterberisikos um bis zu 1,4%, bei Kleinkindern sogar um 1,6% (0,8% pro 10µg/m³). Die schwere Luft zieht sich dabei bis nach Jakomini und Lend hinauf.

Dr. Gustav Mittelbach ist amtierender Allgemeinmediziner in Liebenau: „Feinstaub wirkt sich bereits ab einer kurzfristigen Mehrbelastung schädlich auf die Atemwege und das Herz-Kreislaufsystem aus. Geradezu haarsträubend ist die Argumentation im EStAG Gutachten wonach der Großteil des Feinstaubs reaktionslos sei. Dieser Feinstaub lagert sich selbstverständlich in den tieferen Lungenabschnitten ab und schädigt dort besonders die Schwachen - junge Menschen, Säuglinge bereits Kranke und Menschen mit niedrigem Einkommen, die aufgrund ihrer sozialen Lage besonders gefährdet sind. Gerade in vorbelasteten Gebieten wie Liebenau oder Puntigam ist eine Zusatzbelastung als extrem gesundheitsgefährdend zu bewerten und unbedingt zu vermeiden.“

Die Gutachterin der Energie Steiermark scheint darin aber kein Problem zu sehen. Die Mehrbelastung und das erhöhte Sterberisiko um bis zu 1,6% werden von ihr für die AnrainerInnen als „belästigend“ beurteilt. Ihre Schlussfolgerung wirkt wie reinster Zynismus: „Aus umwelthygienischer Sicht ist die Bauphase aus Sicht der Wohnanrainer als belästigend zu beurteilen. Im Bereich der Zusatzbelastung Luftschadstoffe ist aber mit keinerlei Zunahme der Erkrankungen der Atemwegsorgane zu rechnen, da die Vorbelastung in diesem Gebiet schon sehr hoch ist.“ – Das Schutzgut Mensch sei in seinem Bestand quantitativ nicht gefährdet.

Clemens Könczöl setzt sich für die GrazerInnen ein: „Die gesundheitlichen Folgen tragen wir alle – speziell Kinder und bereits belastete Menschen.“ Es stellt sich die Frage, wie viel EStAG & Verbund bereit sind einzusetzen, um ein paar Megawatt Strom zu produzieren; Denn hier entzieht man nicht nur der Umwelt die Existenz. Die nächste Generation in Graz müssten nicht nur mit dem Verlust ihres Landesflusses rechnen - ihnen wird direkt und vor allem in vollem Bewusstsein die Grundlage für eine erfolgreiche Zukunft entzogen: Ihre Gesundheit.


Pressemappe:

Rettet die Mur_Pressemappe_Viel Staub um Nichts.pdf

Videos:

Schafft das geplante Murkraftwerk ein Feinstaubproblem?

Rettet die Mur -  Thema Feinstaub

Presse:

kleinezeitung.at:   Murkraftwerk: Baustelle wirbelt Staub auf

steiermark.orf.at:  Mur-Kraftwerksbau: Sorge um mehr Feinstaub

Folge uns auf Facebook:

Hier gibt es aktuelle Informationen über die Situation an der Baustelle. Wir halten euch über die Aktivitäten vor Ort am Laufenden:

Stromwechsel.jetzt

Sie möchten die unwirtschaftliche Investition in die Murstaustufe nicht länger mit Ihren Stromzahlungen mitfinanzieren? Die Entscheidung liegt bei Ihnen!

Wir unterstützen Sie gerne beim Stromwechsel!

Kontakt:

Plattform "Rettet die Mur"
Reitschulgasse 5
8010 Graz

E-Mail: office@rettetdiemur.at

 

-> Newsletter abonnieren

Mur findet Stadt

Das Projekt "Mur findet Stadt" ist eine Jahrhunderchance für Graz. Freizeit- und Naturraum würden dadurch verbunden, der Mur Raum zurück gegeben und eine neue Verbindung zwischen den GrazerInnen und dem frei fließenden Fluss geschaffen.

Mehr Informationen unter:
www.murfindetstadt.at

Facbook: Mur findet Stadt

Rettet die Mur
auf YouTube:

Lustige und informative Videos rund um die Mur auf unserem YouTube-Channel.