RETTET DIE MUR

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Naturvernichtung Stauraumspülung

Es ist ein Trauerspiel, das jedes Jahr an den Kraftwerken an der Mur stattfindet. Millionen von Lebewesen sterben bei sogenannten „Stauraumspülungen“ qualvoll im Schlamm der Stauwerke. Auch an diesem Wochenende wurde wieder gespült.

Viele der verheerenden Folgen der Wasserkraft für die Natur sind meistens nicht sichtbar. Die größte Naturzerstörung findet unter Wasser statt – am Grund des Flusses. Durch den Aufstau des Wassers kann Schlamm nicht abtransportiert werden, lagert sich auf dem Grund ab und beginnt langsam zu faulen. Für Kleinstlebewesen bedeutet das Sauerstoffentzug und den Verlust des Lebensraumes, für Fische wird es unmöglich ihre Eier abzulegen, denn sie brauchen den sauberen Kies fließender Flüsse.

Besonders dramatisch wird es für die Unterwasserwelt jedoch, wenn es zur Stauraumspülung kommt. Bei Hochwasser werden die Wehrklappen der Wasserkraftwerke aufgerissen, um den Schlamm wegzuspülen. Mit rasender Geschwindigkeit ergießt sich die Faulschlammwelle auf alles Leben unter dem Kraftwerk und begräbt es unter sich. Durch den plötzlichen Sauerstoffverlust haben Fische und andere Wasserlebewesen keine Chance. Sie ersticken binnen weniger Sekunden oder werden vom Druck der Welle zerquetscht.

Auch Fische, die sich in die seichteren Zonen flüchten, haben kein besseres Schicksal. Die Umgehungsgerinne und Fischaufstiegshilfen fallen aufgrund der schnellen Absenkung des Wasserpegels trocken. Die Fische sind gefangen und verenden qualvoll im Schlamm. Jedes Jahr sterben so lautlos die Millionen Opfer der Wasserkraft.

 

Berichte aus Gössendorf:

Engagierte MurretterInnen sind am Sonntag nach Gössendorf aufgebrochen, um die Ereignisse zu dokumentieren was an der Mur passiert. Ihnen bot sich ein Bild voller Schlamm, der auf den Seiten des Flusses zurück geblieben war. Stinkender, schwarzer Schlamm – teilweise knietief. In den Seichtwasserzonen kämpften Fische um ihr Überleben. Wo noch am Samstag das Abschlussfest von „La Strada“ gefeiert wurde, verendeten am Sonntag hunderte Lebewesen im Schlamm.


Zwar ist „Ökologische Ruhezone“ auf dem Schild neben dem Schlammtümpel zu lesen, doch die Realität sieht anders aus: Daneben finden sich tote Fische, Faulschlamm und die Überreste des Feuerwerks und der Müll der Besucher, der ebenfalls im Schlamm der Spülung versunken ist. Dass viele der Ausgleichsmaßnahmen in Gössendorf nicht greifen und nur zum Schein verwirklicht wurden, ist spätestens seit der Nachverhandlung der UVP klar.

Die HelferInnen vor Ort haben ihr Möglichstes getan und die Fische eingesammelt. Am Montag wurde außerdem Müll weggeräumt. Doch an der Zerstörung durch die Kraftwerke ändert das wenig – nicht nur in Gössendorf, sondern an der ganzen Kraftwerkskette wurde an der Mur entlang gespült und die Natur unter einer Schlammlawine erstickt.

Fotos: Martina Kolaric - Stauraumspülung Gössendorf 2017


Ausblick:

Soll es so auch in Graz aussehen? Stinkender Faulschlamm und tote Fische mitten in der Stadt?

Fließende Flussabschnitte sind besonders wichtig, weil die Wasserlebewesen hier Zuflucht vor den Schlammlawinen finden. Abseits der Dämme gibt es Uferstrukturen wie große Steine hinter denen sie Schutz suchen können. Der Sauerstoffgehalt ist durch die Fleißgeschwindigkeit höher, Kies am Grund des Flusses bietet einen Lebensraum.

Es liegt an den GrazerInnen zu entscheiden, ob der Fluss in Graz weiter lebendig bleiben soll, oder ob wir ihn im Faulschlamm ersticken. Schon in wenigen Wochen sollen die Schlägerungen für den Kraftwerksbau weitergehen.

Doch noch ist es nicht zu spät.
Die Mur in Graz kann vor diesem Schicksal bewahrt werden!

 
Foto: Franz Keppel - Stauraumspülung Friesach 2012

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