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Schutz der letzten
Fließgewässer am Weltwassertag
Graz, 22.März 2011

„Rettet
die Mur“ mahnt zum sorgsamen Umgang mit Österreichs letzten Fließgewässern
Über 60% des Österreichischen Strombedarfs können durch Wasserkraft gedeckt
werden. Vor allem im Sommer können wir auf die Energie unserer Flüsse zählen.
Doch das Potential ist am morgigen 17. Weltwassertag beinahe erschöpft. Nur mehr
wenige Fließstrecken sind erhalten geblieben.
Zwischen Leoben und Spielfeld ist der Mur gerade noch eine freie Fließstrecke
von 16 km geblieben. Auf den verbleibenden 100 km ist sie dagegen gestaut bzw.
ausgeleitet und dient der Stromproduktion. Auf den letzten Kilometern finden
fließwassergebundene Fischarten, wie z.B. Huchen, Äsche und Barbe ihren letzten
Lebensraum. Die Vorkommen dieser Leitfischarten zeigen deutlich, dass das
natürliche Ökosystem hier trotz Regulierungen erhalten geblieben ist.
Anlässlich des Weltwassertags macht die Plattform „Rettet die Mur“ darauf
aufmerksam, wie viel die Mur zur Lebensqualität der GrazerInnen als auch zur
energetischen Nutzung beiträgt. „Über 30 Staustufen liefern bereits Strom, der
aus unserer Mur gewonnen wird. Trotzdem sind noch freie Fließstrecken als Natur-
und Naherholungsraum erhalten geblieben. Die fließende Mur gehört zum Grazer
Stadtbild und zur täglichen Freizeitgestaltung vieler BürgerInnen“, beschreibt
Clemens Könczöl, Sprecher der Plattform die vielfältigen Funktionen des
Landesflusses.
Doch auch die letzten Kilometer der Mur sollen nach den Interessen der
Energiekonzerne nun gestaut werden. Die Ausbeute ist gering; die geplante
Staustufe Puntigam könnte gerade einmal 0,12 % des österreichischen
Stromverbrauchs oder 0,84 % des steirischen Stromverbrauchs decken. „Auch wir
sind für die Nutzung von Wasserkraft und für einen sinnvollen Ausbau von
erneuerbaren Energien“, meint Könczöl, „Aber für derartig wenig Stromgewinn
diese hochwertige Fließstrecke der Mur und einen wertvollen Lebensraum
unwiederbringlich zu zerstören, halten wir nicht für sinnvoll. Durch den Bau der
Staustufe-Graz mitten in der Stadt würde auch die Lebensqualität der GrazerInnen
beeinträchtigt und Anrainer unmittelbar betroffen sein.“
Die Mur würde von der Olympiawiese in Puntigam bis zur Murinsel hinauf gestaut
werden. Mit dem Bau der geplanten Staustufen in Puntigam, Stübing und Gratkorn
würden wir unseren Landesfluss verlieren und hätten ihn zu einer einzigen
Staukette verbaut.
80% der österreichischen Flüsse sind bereits gestaut. An nur wenigen Stellen ist
nach Angaben des Umweltdachverbandes noch ein sinnvoller und umweltschonender
Ausbau möglich. Am Weltwassertag mahnt „Rettet die Mur“ daher gemeinsam mit dem
österreichischen Naturschutz zu einem sorgsamen Umgang mit Österreichs letzten
Flüssen.
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