Am 2. Juli überreichte Rettet
die Mur mehr als 13.000 Unterschriften an zuständige Politiker aus Stadt
und Land. Damit beziehen die Grazer klar Stellung gegen ein
Kraftwerk in Puntigam, gegen fünf Staustufen im Großraum Graz und für die
frei fließende Mur.
Trillerpfeifen, Vuvuzelas und einheitliche gelbe T-Shirts. Und doch hatte
die Gruppe, die sich gestern vor dem Landhaus versammelt hat, nichts mit
der Fußball WM zu tun. Die Rote Karte gab es aber trotzdem; für die
Staustufe Puntigam.
Die Rettung der Mur war es, die uns am 2.7. um 16:00 auf den Platz trieb.
Rund 200 Menschen folgten unserer Einladung zur Kundgebung und
unterstützen die Mannschaft von „Rettet die Mur“ im Match um unseren
Landesfluss.
Den Anstoß dazu gaben die ersten 10.000 Unterschriften (bei der Übergabe
sogar schon 13.172) die wir in nur wenigen Wochen sammeln konnten. Diese
sind gestern, als Ausdruck des öffentlichen Interesses, an die
verantwortlichen Politiker aus Stadt- und Land abgegeben worden.
Zwar schickte die Landes- und Stadtregierung mit Anton Gangl, Detlev
Eisel-Eiselsberg und Andrea Pavlovec-Meixner die Ersatzmannschaft aus
Vertretern ins Spiel, doch die Anliegen der Grazer werden von ihnen mit
Sicherheit verlässlich weitergetragen werden. Während Landesrat Manfred
Wegscheider um einen anderen Termin ersuchte, um die Unterschriften
persönlich entgegen zu nehmen, ließ sich Landeshauptmann Franz Voves als
einziger Politiker erst kurz vor der Kundgebung per Mail aus seinem Büro
entschuldigen.
Doch
auch ohne die Elitemannschaft der Politik hätte die Stimmung am Platz vor dem
Landhaus nicht besser sein können: Fahnen wurden geschwenkt, Plakate und rote
Karten demonstrativ in die Höhe gestreckt, auch wenn die Armmuskulatur schon
protestierte.
Dieser Einsatz von allen, die aktiv bei der Kundgebung mitgemacht
haben, aber auch von jenen, die uns mit ihrer Unterschrift
unterstützt haben, gibt uns die Möglichkeit solche Aktionen
umzusetzen. Denn nur gemeinsam können wir erreichen, dass unser
Landesfluss als Freizeit- und Naturparadies erhalten bleibt.
Auch wenn die Antworten der Politiker teilweise noch zögerlich und
etwas leise ausfielen, werden wir nicht aufgeben, bis man die
Anliegen der Grazer ernst nimmt. Es wird sicherlich auch noch ein
Rückspiel geben, bei dem wir wieder gemeinsam für die Mur am Platz
stehen. Mit einem lauteren Megafon und ein paar Unterschriften mehr
in der Tasche.
Für uns ist die Entscheidung bereits jetzt gefallen: Graz zeigt der
Staustufe Puntigam ganz klar die Rote Karte. Wir wollen, dass unsere
Mur weiter fließen kann.
Mit fließenden Grüßen –
Euer RettetdieMur.at
– Team!