Graz, 12.7.2011 - Es fällt der Startschuss zur groß angelegten
Sammelaktion für die Volksbefragung. 10.000 Unterschriften wird die
Plattform „Rettet die Mur“ gemeinsam mit den unterstützenden
Organisationen sammeln. So haben die GrazerInnen die Möglichkeit
über den Bau der Staustufe Graz mitzuentscheiden.
Nachdem Bürgermeister Nagl die versprochene BürgerInnenbefragung bei
der Murenquete wieder zurückgezogen hat, ergreift „Rettet die Mur“
nun die Initiative und nimmt seine Idee auf. „Das
Mitbestimmungsrecht der GrazerInnen darf bei so einem Eingriff in
die Stadt nicht vernachlässigt werden“, begründet Sprecher Clemens
Könczöl die Entscheidung der Plattform. Schließlich würden die
BürgerInnen die nächsten 100 – 200 Jahre mit der Staustufe Graz
leben müssen.
Unterstützt wird „Rettet die Mur“ in diesem Vorhaben von namhaften
Umweltschutzorganisationen, aber auch von Gruppen, die sich für mehr
Mitbestimmung in Graz einsetzen, wie dem Grazer BürgerInnenbeirat.
Sprecher Raimund Berger stellt klar: „Wir geben keine Bewertung zum
Bau des Kraftwerks ab. Klar ist aber, dass das Projekt eine breit
angelegte Information und eine Einbindung der Grazer Bevölkerung
erfordert.“
Nur 10.000 Unterschriften trennen Graz nun von einer Volksbefragung,
die über das Schicksal unseres Landesflusses entscheiden wird. Um
die Unterschriften schnell zu sammeln hat sich die Plattform einiges
vorgenommen: So werden in mehreren Geschäften und Lokalen
Unterschriftenlisten aufliegen, aber auch zum Download zur Verfügung
stehen. An Infoständen von „Rettet die Mur“, den unterstützenden
Organisationen und Parteien wird es außerdem die Möglichkeit geben,
sich persönlich über das Thema zu informieren. Und natürlich wird
die Mur auch weiterhin Mittelpunkt von kleinen Aktionen sein, die
eine Möglichkeit bieten, den Freizeitraum am Fluss gemeinsam zu
genießen.
„Nachdem die GrazerInnen den fundamentalen Wert der Natur für ihr
Leben erkennen werden sie auch bei der Volksbefragung richtig
entscheiden,“ meint Anton Moser vom Naturschutzbund. „Was den
GrazerInnen immer noch fehlt, ist ein öffentlicher Dialog,“ ergänzt
Könczöl, „Es gab noch immer keine neutrale
Diskussionsveranstaltung zum Thema Murkraftwerk. Bürgermeister Nagl
hat uns lange auf die Murenquete vertröstet, doch selbst hier
durften keine öffentlichen Fragen gestellt werden. Bei so einer
Informationsgrundlage wird es den GrazerInnen unmöglich gemacht, ein
klares Bild vom Projekt zu bekommen.“
Das wird sich jetzt ändern. Mit der Volksbefragung wird das
Murkraftwerk zu einem der Top-Themen von Graz gemacht. „Damit sich
jeder ein klares Bild machen und auf dieser Grundlage entscheiden
kann, erwarten wir uns, dass auch von Seiten der Stadtregierung und
der Gegner Bemühungen kommen, das Projekt ehrlich und ohne das schon
lange als unhaltbar verifizierte Atomstrom-Argument vorzustellen.
Wir werden in jedem Fall weiterhin unser Bestes geben, um die
GrazerInnen wahrheitsgemäß zu informieren“, erklärt Könczöl.
Mit dem heutigen Tag beginnt die Sammelaktion für die Befragung.
Eine zeitliche Begrenzung für das Zusammentragen der Unterschriften
gibt es nicht. Die Frage steht aber bereits fest und wird in den
nächsten Monaten die GrazerInnen beschäftigen:
„Wollen Sie den Bau der Mur-Staustufe Graz? Soll die Stadt Graz in
ihrem eigenen Wirkungsbereich zum Bau der Mur-Staustufe Graz
beitragen?“
Fotos: